Fraser Island, Queensland, Australia

Die lange, gewundene Insel Fraser Island erstreckt sich vor der Küste von Queensland nördlich von Brisbane. Es ist ein einzigartiges Ökosystem, das 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Insel wurde ursprünglich Great Sandy genannt, weil ihre Oberfläche fast ausschließlich aus Sanddünen besteht. Der Sand reflektiert etwa 72 Farben, meist Rot- und Gelbtöne. Es ist der einzige Ort auf der Welt, wo reifer Regenwald auf Sanddünen wächst. Im Inneren der Insel gibt es ausgedehnte Wälder mit majestätischen Kauri-Kiefern und fossilen Farnwäldern. Im 19. Jahrhundert wurde die Insel ausgiebig abgeholzt. Besonders geschätzt wurden Satinay-Bäume, die resistent gegen Schiffsbohrwürmer sind. Satinay-Hölzer wurden beim Bau des Suezkanals und bis so weit entfernt wie in London verwendet. Eine weitere Besonderheit der Insel sind die Seen. Es gibt etwa 40 hochgelegene Dünenseen sowie sogenannte Fenster- und Stauseen. Der Boomerang-See ist der höchste Dünensee der Welt, 130 m über dem Meeresspiegel. Mit 190 Hektar ist der Boomanjin-See der größte Dünensee der Welt. Der McKenzie-See ist besonders bekannt für sein klares Wasser und seine weißen Sandstrände. Apropos Strand: Fraser Island hat einen ganz besonderen, 120 Kilometer langen Strand aus Sand, der als Autobahn genutzt wird, wobei alle Straßenvorschriften eingehalten werden: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h und Autos müssen Flugzeugen weichen, die dort starten oder landen! Die Tierwelt auf der Insel umfasst 47 Säugetiere, darunter Dingos und Brumbies, die von für den Holzhandel importierten Arabern und Clydesdales abstammenden Wildpferde. In den Gewässern vor den strahlend weißen Stränden gibt es Delfine, Dugongs, Schildkröten und saisonbedingt auch Wale. Außerdem gibt es hier 79 Reptilien und 354 Vogelarten. Die Dünen bewegen sich ständig, vom Wind angetrieben, und haben an manchen Stellen ganze Wälder oder Gemeinden umhüllt.