L Anse aux Meadows, Newfoundland, Canada

An der Spitze der Großen Nordhalbinsel von Neufundland befindet sich der erste bekannte Nachweis für die europäische Präsenz in Amerika. Vor über 1.000 Jahren errichteten von Grönland aus reisende nordische Expeditionen ein kleines Lager aus Holz- und Grassodenbauten. Bekannt als L’Anse aux Meadows, aus dem Französischen „Die Bucht bei den Wiesen“, wurde sie 1960 wiederentdeckt und ist eine der berühmtesten archäologischen Stätten Nordamerikas. Sie ist vor allem für ihre Verbindung zur legendären Vinland-Kolonie, die von Leif Erikson gegründet wurde, und für die nordische Erforschung in Nord- und Südamerika bekannt. Vor 1960 glaubte man, dass Christoph Kolumbus der erste Europäer war, der auf dem amerikanischen Kontinent landete. Jetzt wird angenommen, dass die Langschiffe der Wikinger fast 500 Jahre zuvor in den Sankt-Lorenz-Golf fuhren. L’Anse aux Meadows ist die weithin bekannteste Ausdehnung einer Wikingersiedlung in der Neuen Welt. Im Jahre 1978 wurden die Überreste der acht Grassodengebäude zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.